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Chiemsee - Trient / Tour 2009

 

 

Etappen:

1. Tag:       Von Bernau zum Steinberghaus

2. Tag:       Vom Steinberghaus zum Krimmler Tauernhaus

3. Tag:       Vom Krimmler Tauernhaus zur Rastner Hütte

4. Tag:       Von der Rastner Hütte zur Brogles Hütte

5. Tag:       Von der Brogles Hütte nach Tiers

6. Tag:       Von Tiers zum Rifugio Refavaie

7. Tag:       Vom Rifugio Refavaie zum Albergo Marcesina

8. Tag:       Vom Albergo Marcesina nach Trient

 

 

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Der 1. Tag


01.08.2008
Von Bernau zum Steinberghaus


Gnadenlos riss uns der Wecker in aller Herrgottsfrühe aus dem Schlaf und müde saßen wir beim Frühstück. Die Anreise am Freitag, dem letzten Schultag (!) hat sich länger als erwartet hingezogen. Bis kurz vor Bernau ist alles glatt gegangen, aber für die letzten 10 km haben wir über eine Stunde gebraucht und so sind wir erst gegen Mitternacht ins Bett gekommen.

Aber jetzt hieß es Kohlenhydrate bunkern und dann los ...

Mit 105 Kilometern stand gleich am ersten Tag die längste Etappe der gesamten Tour an.
Kurz nach 8:00 Uhr saßen wir dann im Sattel zu unserer 3.ten Alpenüberquerung.
Von Bernau ging es am Radweg nach Rottau und dann Richtung Österreich. Auf dem Schmugglerweg überquerten wir die Grenze und rollten nach Kössen hinab.

Auf einfachen Wegen, nahezu ohne Höhenunterschied umrundeten wir den "Kaiser" und nach 70 Kilometern hatten wir immer noch keine nennenswerten Höhenmeter gemacht. Hinter Ellmau änderte sich dies schlagartig, die Auffahrt zum Hartkaiser auf 1550 m ü. NN mit rd. 800 Höhenmetern stand an...

... nach ca. 80 Kilometern und das am ersten Tourentag.

Aber die Belohnung folgte anschließend, es ging wieder runter nach Brixen im Thale auf rd. 800 m ü. NN und wir konnten richtig gute Abfahrtsfilmchen drehen ...

Nach über 100 Kilometern und 1800 Höhenmetern erreichten wir schließlich das Steinberghaus, unser Nachtquartier und fielen nach einem erstklassigen Abendessen und dem obligatorischen Belohnungsbierchen (alkoholfrei !) in die Federn.

Anfang

 

 

 

 

Der 2. Tag


02.08.2008
Vom Steinberghaus zum Krimmler Tauernhaus


Am nächsten Morgen starteten wir bei idealem Bikewetter zu unserem zweiten Tourentag.

Zuerst ging es auf besten Forstautobahnen über Gamskogelhütte, Unter-/Oberfoischingalm rauf zum Schreier Bründl auf 1658 m ü. NN. Hier zweigte die Schiebestrecke zur Filzenscharte ab. Nach 10 Minuten waren wir oben und wurden mit einen super Blick auf die vergletscherten Tauern belohnt.

Auf besten Teerstraßen rauschten wir anschließend durch unzählige Kurven hinab nach Krimml, wo wir gegen mittag ankamen und uns erst einmal für die noch ausstehende Auffahrt zum Krimmler Tauernhaus stärkten.

Je näher wir dann den Wasserfällen kamen, desto hektischer wurde das Treiben. Bei idealem Ausflugswetter hatten sich scheinbar alle Urlauber dieses Naturschauspiel zum Ziel gemacht.

Glücklicherweise mußten wir nicht den Wasserfallweg für die Auffahrt benutzen, sondern durften nach einem Stück auf der Gerlos Passstraße das Schauspiel von der gegenüberliegenden Seite aus betrachten.

So gelangten wir relativ entspannt bis auf die Höhe des mittleren Wasserfalls, kreuzten hier die Krimmler Ache und waren nach Durchfahrt durch den 300 Meter langen unbeleuchteten (!!!) Anna-Tunnel oben.

Beeindruckt standen wir an der oberen Aussichtsplattform und sahen die Wassermassen in die Tiefe stürzen.

Gedanklich waren wir schon in unserem Quartier, was sollte bei ein paar Kilometern bei mäßiger Steigung schon groß passieren und das bei klasse Wetter ...

Also radelten wir entlang der Krimmler Ache flußaufwärts ...

Buchstäblich "aus heiterem Himmel" begann es auf einmal zu regnen, sollten wir noch kurz vor dem Ziel nass werden ?

Anhalten und Regenklamotten anziehen oder schnell weiterradeln, es konnte ja nicht mehr allzu weit sein ...

Wir entschieden uns für´s Weiterradeln, doch dann geschah es ...

Ein B-L-I-T-Z zuckte vom Himmel und der unmittelbar folgende D-O-N-N-E-R ließ uns reflexartig bei einem verfallenen Schuppen Unterschlupf suchen ...

Also packten wir doch die Regenklamotten aus und warteten ...

Eigentlich mußten wir schon unmittelbar vor dem Krimmler Tauernhaus sein, aber ein Hügel versperrte uns die Sicht, sollten wir bei dem Gewitter die Weiterfahrt riskieren ?

Glücklicherweise kam ein Jeeptaxi, das die "Fußkranken" vom Tauernhaus wieder zurück ins Tal brachte und der Fahrer bestätigte, dass das Krimmler Tauernhaus keine fünf Minuten entfernt hinter dem Hügel lag.
Also rauf auf´s Bike und die letzten Meter abstrampeln ...
Nach dem Verstauen unserer Bikes und dem Einrichten unseres Nachtlagers ging´s zum Duschen, Essen und ... Wäsche waschen.

Da wir wieder einmal in einem Lager mit ca. 15 anderen Leuten übernachten mussten, genehmigten wir uns ein Schlafmittel in Form einiger Bierchen und gingen dann früh ins Bett, denn Morgen stand ja die Überschreitung der Krimmler Tauern mit 2.634 m ü. NN an ...


Anfang

 

 

 

 

Der 3. Tag


03.08.2008
Vom Krimmler Tauernhaus zur Rastner Hütte


Punkt 6:00 Uhr klingelte der Wecker und wir spulten unser Programm nahezu automatisch ab.

Aufstehen - Zähneputzen - Bike-Klamotten anziehen - Rucksack packen - Frühstücken ...

Bevor die anderen Biker und Wanderer ans Aufstehen dachten waren wir schon unterwegs ...

... auf der absoluten    K - ö - n - i - g - s - e - t - a - p - p - e    der 2009er Alpenüberquerung.

Zuerst ging es noch einige Kilometer gemütlich an der Krimmler Ache entlang, doch dann zweigte rechts der Weg Richtung "Krimmler Tauern" ab.

Das hieß 700 Höhenmeter hochschieben auf rd. 2600 m ü. NN, aber damit nicht genug, auf der anderen Seite ging es auch wieder rd. 700 Höhenmeter schiebend runter.

Der Weg war mit groben Steinbrocken überfüllt und zu allem Überfluß hatten wir auch noch 10 kg auf dem Rücken.

Aber die Schinderei lohnte sich; mit jedem Meter den wir höher kamen, wurden die Ausblicke und Eindrücke fantastischer.

... vergletscherte Gipfel, riesige Steinmännchen die uns ans Rabbijoch erinnerten, Schneefelder wie an Pfingsten 2007 bei der Heilbronner Hütte und schließlich der Durchbruch am Krimmler Tauernübergang.

Trotz des nicht optimalen Wetters an diesem 3. August war es ein Erlebnis hier oben zu stehen. Es war kalt und windig und so konnten wir uns durchaus vorstellen, dass hier an einem 8. August einmal eine Familie in einem Schneesturm erfroren ist.

Da wir an diesem Tag noch etliche Kilo- und auch Höhenmeter vor uns hatten, konnten wir uns nicht lange aufhalten und machten uns bald wieder auf den Weg bergab - - - s c h i e b e n d - - -

Kurz bevor wir wieder auf die Räder steigen konnten, begann es dann zu regnen, besser gesagt zu schütten, so dass wir in der erstbesten Hütte Unterschlupf suchten.

Als wir die Türe öffneten, sahen wir ein Meer aus Regenklamotten in allen nur denkbaren Farben, die zum Trocknen aufgehängt waren...

- - - Die Hütte war voll - - -

Glücklicherweise bekamen wir nach einer Weile dann doch einen Platz und auch was zu Essen.

Wir waren damit erst mal versorgt, aber was machte das Wetter ... ?

- - - U n v e r ä n d e r t - - -

Es war 13:00 Uhr und wir hatten noch gut 50 Kilometer und über 1.000 Höhenmeter vor uns, also hieß es,

rein in die Regenklamotten und los. Den Foto packte ich sicherheitshalber im Rucksack in eine Plastiktüte ein ...

Zuerst ging es bergab Richtung Bruneck und - - - es schüttete weiter - - -

Gegen ca. 16:00 Uhr waren wir dann dort und verfransten uns zu allem Überfluß auch noch in der Stadt was uns mindestens eine halbe Stunde kostete.

Und das Wetter ... ?

- - - U n v e r ä n d e r t - - -

Wir waren unserem Ziel mittlerweile bis auf ca. 15 Kilometer nähergerückt aber die gut 1.000 Höhenmeter lagen immer noch vor uns.
... und das war die Auffahrt zum Astjoch, die wir vom vergangenen Jahr noch in Erinnerung hatten und nicht in B E S T E R ...
Als wir gegen kurz vor 20:00 Uhr vor unserem Nachtquartier der Rastner Hütte standen, hatte sich eines nicht verändert

- - - DAS WETTER - - -

Tatsächlich sind wir an diesem Tag 7 Stunden im strömenden Regen geradelt. Als ich den Rucksack abnahm, liefen ca. 2 Liter Wasser aus der Regenschutzhülle ...
Dem Foto ist nichts passiert, leider gibt es aber von der zweiten Tageshälfte keine Bilder.

Auf der Hütte waren wir dann die einzigen Gäste, wer ist schon so verrückt und geht bei solch einem Wetter auf den Berg ... ?

Nach einem klasse Abendessen und der besten Unterstützung beim Trocknen unserer Klamotten, fielen wir erschöpft in unsere Betten und schliefen beim gleichmäßigen Prasseln der Regentropfen ein. Was der nächste Tag wohl bringen wird ... ???


Anfang

 

 

 

 

Der 4. Tag


04.08.2007
Von der Rastner Hütte zur Brogles Hütte


Das Piepsen einer Uhr weckte uns am nächsten Tag auf und der erste Blick war aus dem Fenster ...

- - - strahlendblauer Himmel - - -

Das hob die Stimmung natürlich sofort an und nach einem richtig guten Frühstück starteten wir in den Tag.

Zuerst ging es auf bekannter Strecke über Wiesenpfade und Almen bis der Weg zur Mauraberghütte die bekannte Route verließ.
Dort angekommen war es Zeit für ein ordentliches Mittagessen und das bestand aus drei verschiedenen Knödeln, mit Spinat, mit Käse und mit Speck und das ganze in Buttersoße !!!

Diese Stärkung war genau recht für die anschließende Auffahrt zum Würzjoch, wo wir in eine skurille Bergwelt aus Gebetsfahnen, Meteoritenkratern und Almkiosken eintauchten ...

Viel besser als die Information, dass es nach Hawai 16.320 km sind, wäre der Hinweis gewesen, dass sich hier alle Wanderer dieser Erde versammeln und die unliebsamen Begegnungen mit den bösen Blicken auf unsere Bikes vorprogrammiert waren. Mit ernsthaften Zweifeln, ob wir am richtigen Weg waren, ging es weiter ...

Glücklicherweise wurde der Weg später wieder fahrbar und sobald wir 30 Gehminuten vom nächsten Wirtshaus entfernt waren, wurden auch die Wanderer weniger.

Über Peitlerwiesen und Kreuzkofeljoch ging es weiter Richtung Geißler Alm. Nach unserem Kilometer- und Höhenmeterzähler mußten wir eigentlich schon am Etappenziel sein ...

Doch von der Malga Brogles trennte uns noch ein riesiges Loch, ca. 2 km lang und mehrere 100 Meter tief ...
Das bedeutete nochmals rd. 200 Hm runter und auf der anderen Seite wieder rauf, so stand das nicht in der Tourenbeschreibung, Herr Zahn !!!

Als wir endlich an der Brogleshütte ankamen wartete die nächste Überraschung ...
Über eine Außenstiege ging es zu unserem winzigen Zimmer, in das gerade mal zwei Betten paßten, warmes Wasser oder Dusche Fehlanzeige ...

Aber das ist halt Alpencross ...

Zum Glück hatte heute das Wetter mitgespielt, denn bei den Rahmenbedingungen wäre ein Tag wie gestern alles andere als lustig gewesen ...

Belohnt wurden wir aber dann trotzdem noch mit in der Abendsonne rot glühenden Geißlerspitzen ...


Anfang

 

 

 

 

Der 5. Tag


05.08.2008
Von der Brogles Hütte nach Tiers


So wie der Abend geendet hatte, so begann der Morgen ...

Bei strahlendem Sonnenschein aber ungewöhnlich tiefen Temperaturen machten wir noch vor dem Frühstück unsere Bikes startklar.

Heute stand die Etappe über die Seiseralm nach Tiers auf dem Programm, 2.000 Hm rauf aber dafür auch 3.000 Hm runter.
Zuerst über den Broglessattel ging es anschließend hinab nach St. Ulrich ins Grödnertal. Hier nutzten wir die Gelegenheit unseren zur Neige gehenden Vorrat an Powerriegeln aufzufüllen, zum Glück, wie sich später noch herausstellen sollte.

Anschließend machten wir uns auf die schwere Auffahrt zum Plateau der Seiser Alm ...

Höhenmeter um Höhenmeter kurbelten wir uns einsam auf bester Asphaltpiste nach oben, bis wir schließlich bei einem Skilift die weite Hochebene erreichten.

Und da war es schlagartig aus mit der Einsamkeit ...

Spaziergänger, Wanderer, Biker und Shuttelbusse...; hier oben war ein Betrieb wie im Herzen einer Großstadt.

Zu allem Überfluß mußten wir auch noch durch Kompatsch hindurch und da ging es zu wie auf dem Oktoberfest.

Einige Kilometer weiter waren wir dann wieder alleine und konnten die herrlichen Ausblicke auf schneebedeckte Gipfel und wilde Felsformationen genießen.

Bei bestem Bergwetter radelten wir weiter über Mahlknechthütte, Mahlknechtjoch zu den Roßzähnen und hinauf zur Tierser Alpe.

Kurz hinter der Tierser Alpe kamen uns zwei Biker entgegen, die gerade umgekehrt waren, weil ihnen der Weg zu gefährlich wurde ... !!!

Was erwartete uns da noch ... ??? --- mußten wir auch umkehren --- ??? --- das würde unseren gesamten Zeitplan sprengen ---

Doch hier kam uns unsere Erfahrung aus diversen Alpenüberquerungen zugute. --- Schrofenpass --- Uina-Schlucht ---

Und so waren wir nach kurzer Kraxelei auf dem Schlernrücken und ließen die Bikes hinüber zum Schlernhaus auf 2450 m.ü.NN rollen.

Unser Tagesziel Tiers lag auf ca. 1.000 m.ü.NN und so war der Tag für uns scheinbar gelaufen, dachten wir ...

Was dann kam war kaum vorstellbar, zuerst ging es über steile Almwiesen hinab bis zum Einstieg des legendären Knüppelsteigs. Dieser Weg aus Stämmen, Steinplatten und sonstigen Baumaterialien hat es wirklich in sich. Ohne Vollfederung , Scheibenbremsen und einer gehörigen Portion Mut ist dieses Ungetüm nicht fahrbar und auch dann ist es extrem kraftraubend.

Durchgeschüttelt und mit wackligen Knien wird man unten aus der Achterbahn wieder ausgespuckt ...

Der restliche Strecke ist nicht mehr der Rede wert und so kamen wir am späten Nachmittag in unserem "bikerfreundlichen" Quartier in Tiers an.

Bikerfreundlich ja, aber Bikeklamotten waschen, das war dann schon zuviel verlangt --- das kennen wir auch anders ---

Zumindest das Essen war gut und reichlich und so fielen wir müde in die Federn ...


Anfang

 

 

 

 

Der 6. Tag


06.08.2008
Von Tiers zum Rifugio Refavaie


Nach kurzem Einrollen bei strahlendem Sonnenschein zog die Steigung auf dem Asphaltband merklich an und hiefte uns etliche hundert Höhenmeter rauf auf den Nigerpass.

Zwischen Rosengarten und Latemar ging es weiter Richtung Karerpass auf fast 1.800 Metern ü.NN.

Beim Beginn der "atomwaffenfreien Zone" verließen wir den Asphalt und rauschten über eine Schotterabfahrt auf knapp 1.000 Höhenmeter wieder hinunter.

Insider wissen, warum ich diese Abfahrt so schnell nicht vergessen werde ...

Nach einigen Kilometern am Avisio entlang, brauchten wir erst einmal eine richtige Stärkung, denn --- wir mußten wieder auf 2.000 Meter ü.NN. rauf ---

Der Passo Sadole stand an ...

Zuerst hatten wir noch eine geteerte Piste, was angesichts der 20% Steigung auch durchaus angebracht war, später ging es über in Piste, dann Schotter und schließlich verblockten Pfad.

Immer den Einschnitt des Passo Sadole vor Augen, wo anscheinend ein ganzer Berg abgesprengt wurde; Unmengen an losen Felsbrocken unterschiedlicher Größe lagen hier weit verstreut herum.

Über den Pass selber und die nächsten 200 Höhenmeter wieder herunter ging es nur schiebend voran.

Dann begann eine klasse Abfahrt, die erst am Rifugio Refavaie, unserem Nachtquartier, endete


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Der 7. Tag


07.08.2008
Vom Rifugio Refavaie zum Albergo Marcesina


Nach einer unruhigen Gewitternacht, in der unser Zimmer ständig von Blitzen taghell erleuchtet wurde, saßen wir müde beim Frühstück.

Mit Kaffee versuchten wir die Müdigkeit zu vertreiben, doch richtig wach wurden wir erst als wir den ersten Fuß ins Freie setzten. Es war ungewöhnlich kalt...
Glücklicherweise ging´s sofort auf das Limojoch und die Kälte war vergessen.

Hinter dem Joch folgte eine lange und immer wieder anspruchsvolle Abfahrt durch das Fanestal bis uns die SSv51 den Weg versperrte. Um uns eine Fahrt auf dieser vielbefahrenen Straße zu ersparen, wuchteten wir die Bikes den direkten Weg über einen Bergpfad bis wir wieder die Straße erreichten. Hier zweigte dann eine alte zu einem Fahrweg umgebaute Bahntrasse ab. Und was ist das schöne an Bahntrassen, Züge können keine großen Steigungen meistern ...

Aber zu früh gefreut, die fehlenden Höhenmeter mußten wir durchs Val Grande hinauf zum Passo Son Forca nachholen.
Über Skipisten und groben Schotter kämpften wir uns bis zur Paßhöhe, angetrieben von der Freude auf die bevorstehende Abfahrt zum Misurinasee. Doch der Weg hinab war fast genauso miserabel und beschwerlich wie die Auffahrt und so konnten wir erst nach gut einem Kilometer Abstieg auf unsere Drahtesel steigen.
Die Abfahrt über die Teerstraße ab dem Passo Tre Croci und der anschließende kurze Anstieg zum Misurinasee waren dann schnell gemeistert und wir hatten das Ziel unseres 2008er-Alpencrosses das erste Mal direkt vor den Augen

--- DIE DREI ZINNEN ---

Da es bereits auf den Nachmittag zuging steuerten wir die erstbeste Pizzeria an.

Beim Essen hatten wir einen erstklassigen Blick auf das Treiben am vielbesuchten See und es war außergewöhnlich warm ...

Am Nebentisch saßen Wanderer und aus ihren Gesprächen ergab sich, dass sie auch heute noch zu unserer Unterkunft der "Drei-Zinnen-Hütte" aufsteigen wollten.

Noch trennten uns aber 8 Kilometer Paßstraße und rund 800 Höhenmeter von unserem "Schlafplatz".

Schwitzend und mit vollen "Tanks" machten wir uns an die letzte Auffahrt...

Vorbei am Misurinasee dem Abzweig zur Mautstraße folgend...

Durch den Trubel hatten wir gar nicht bemerkt, dass ein Geräusch immer lauter werdend nichts Gutes verhieß...
Zweifellos es war Donnergrollen und ein Blick zum Himmel bestätigte unsere Befürchtungen eindrucksvoll --- EINE SCHWARZE WAND ROLLTE AUF UNS ZU ---

Mittlerweile hatten wir die Mautstelle und somit die letzte Unterstellmöglichkeit erreicht --- WAS TUN ? ---

ABWARTEN..., das konnten wir uns auf Grund der fortgeschrittenen Uhrzeit nicht lange erlauben, sonst müssen wir unser Tagesziel ändern

WEITERFAHREN..., bei dem Himmel !!!

Nach kurzer Beratschlagung und Nachfrage beim Kassierer an der Mautstelle, die wir uns sparen hätten können, entschlossen wir uns zur Weiterfahrt mit der Option bei Gewitter sofort umzukehren und die Paßstraße bergab zu jagen.

Begleitet von einer drohenden Geräuschkulisse fuhren wir Serpentine um Serpentine höher. Vorteil dieser Wetteraussichten war, dass keiner auf die Idee kam Geld auszugeben und mit dem Auto hochzufahren. Nur der Linienbus überholte uns einige Male.
Schon war die AURONZO-Hütte zum Greifen nahe, aber im selben Augenblick war sie im Nebel verschwunden und dieser wurde immer dichter ...

Augenblicke später hatte man keine 5 Meter Sicht mehr. Zum Glück ging die Straße direkt in den Parkplatz der AURONZO-Hütte über und am Ende stand man vor dem Hütteneingang.

Und so kam diese "urgemütlichen", "idyllischen" Hütte mit dem Charme einer Werkskantine und den Preisen eines Luxushotels zur Ehre uns als Gäste begrüßen zu dürfen.

Bei der teuersten Cola unseres Lebens bemerkten wir gar nicht, dass der Nebel, so schnell wie er gekommen war auch wieder verschwunden war.

Ohne zu überlegen packten wir unsere "sieben Sachen" und machten uns wieder auf den Weg. Wir mußten noch um die Zinnen herum und über den Patternsattel.

Ab der Hütte verlief der Weg zuerst relativ eben und uns kamen eine Vielzahl von "Wanderern" auf dem Weg zu ihren Autos entgegen.

Doch so richtig gut gelaunt war das Wetter immer noch nicht, wieder begann es zu Donnern und beim Aufstieg zum Patternsattel setzte dann auch noch Eisregen ein. Die kleinen Hagelkörner nagelten unangenehm durch die Helmritzen auf die Kopfhaut. Eine halbe Stunde vor dem Tourenziel brauchten wir doch noch einmal unsere Regenklamotten. Mitleidig betrachteten wir die mit Sandalen und Regenschirmen bewaffneten "Bergtouristen".

Begleitet von vorbeiziehenden Nebelschwaden erreichten wir den Patternsattel und siehe da der Regen hörte auf und es klarte ein weiteres Mal auf.

Und da war sie ...

... die --- DREI-ZINNEN-HÜTTE ---

Wir hatten es doch noch geschafft...

Naß und durchgefroren stiegen wir die Treppe zum Hüttenplateau hinauf und als wir zurückblickten, sahen wir ein altbekanntes, schon tausendmal bewundertes Motiv --- Wie überdimensionale Zähne ragten diese drei Felsbrocken in den Himmel ---

An diesem Abend ging ich noch etliche Male hinaus auf die Terrasse und schaute hinüber zu den Zinnen, die je nach Lichteinfall ihre Farbe wechselten, von fahlem weißgrau bis feuerrot.

Wieder waren wir am Ziel einer Alpenüberquerung angekommen und ich glaube es war nicht die Letzte ...

Anfang

 

 

 

 

Der 8. Tag


08.08.2008
Vom Albergo Marcesina nach Trient


Nach einer unruhigen Gewitternacht, in der unser Zimmer ständig von Blitzen taghell erleuchtet wurde, saßen wir müde beim Frühstück.

Mit Kaffee versuchten wir die Müdigkeit zu vertreiben, doch richtig wach wurden wir erst als wir den ersten Fuß ins Freie setzten. Es war ungewöhnlich kalt...
Glücklicherweise ging´s sofort auf das Limojoch und die Kälte war vergessen.

Hinter dem Joch folgte eine lange und immer wieder anspruchsvolle Abfahrt durch das Fanestal bis uns die SSv51 den Weg versperrte. Um uns eine Fahrt auf dieser vielbefahrenen Straße zu ersparen, wuchteten wir die Bikes den direkten Weg über einen Bergpfad bis wir wieder die Straße erreichten. Hier zweigte dann eine alte zu einem Fahrweg umgebaute Bahntrasse ab. Und was ist das schöne an Bahntrassen, Züge können keine großen Steigungen meistern ...

Aber zu früh gefreut, die fehlenden Höhenmeter mußten wir durchs Val Grande hinauf zum Passo Son Forca nachholen.
Über Skipisten und groben Schotter kämpften wir uns bis zur Paßhöhe, angetrieben von der Freude auf die bevorstehende Abfahrt zum Misurinasee. Doch der Weg hinab war fast genauso miserabel und beschwerlich wie die Auffahrt und so konnten wir erst nach gut einem Kilometer Abstieg auf unsere Drahtesel steigen.
Die Abfahrt über die Teerstraße ab dem Passo Tre Croci und der anschließende kurze Anstieg zum Misurinasee waren dann schnell gemeistert und wir hatten das Ziel unseres 2008er-Alpencrosses das erste Mal direkt vor den Augen

--- DIE DREI ZINNEN ---

Da es bereits auf den Nachmittag zuging steuerten wir die erstbeste Pizzeria an.

Beim Essen hatten wir einen erstklassigen Blick auf das Treiben am vielbesuchten See und es war außergewöhnlich warm ...

Am Nebentisch saßen Wanderer und aus ihren Gesprächen ergab sich, dass sie auch heute noch zu unserer Unterkunft der "Drei-Zinnen-Hütte" aufsteigen wollten.

Noch trennten uns aber 8 Kilometer Paßstraße und rund 800 Höhenmeter von unserem "Schlafplatz".

Schwitzend und mit vollen "Tanks" machten wir uns an die letzte Auffahrt...

Vorbei am Misurinasee dem Abzweig zur Mautstraße folgend...

Durch den Trubel hatten wir gar nicht bemerkt, dass ein Geräusch immer lauter werdend nichts Gutes verhieß...
Zweifellos es war Donnergrollen und ein Blick zum Himmel bestätigte unsere Befürchtungen eindrucksvoll --- EINE SCHWARZE WAND ROLLTE AUF UNS ZU ---

Mittlerweile hatten wir die Mautstelle und somit die letzte Unterstellmöglichkeit erreicht --- WAS TUN ? ---

ABWARTEN..., das konnten wir uns auf Grund der fortgeschrittenen Uhrzeit nicht lange erlauben, sonst müssen wir unser Tagesziel ändern

WEITERFAHREN..., bei dem Himmel !!!

Nach kurzer Beratschlagung und Nachfrage beim Kassierer an der Mautstelle, die wir uns sparen hätten können, entschlossen wir uns zur Weiterfahrt mit der Option bei Gewitter sofort umzukehren und die Paßstraße bergab zu jagen.

Begleitet von einer drohenden Geräuschkulisse fuhren wir Serpentine um Serpentine höher. Vorteil dieser Wetteraussichten war, dass keiner auf die Idee kam Geld auszugeben und mit dem Auto hochzufahren. Nur der Linienbus überholte uns einige Male.
Schon war die AURONZO-Hütte zum Greifen nahe, aber im selben Augenblick war sie im Nebel verschwunden und dieser wurde immer dichter ...

Augenblicke später hatte man keine 5 Meter Sicht mehr. Zum Glück ging die Straße direkt in den Parkplatz der AURONZO-Hütte über und am Ende stand man vor dem Hütteneingang.

Und so kam diese "urgemütlichen", "idyllischen" Hütte mit dem Charme einer Werkskantine und den Preisen eines Luxushotels zur Ehre uns als Gäste begrüßen zu dürfen.

Bei der teuersten Cola unseres Lebens bemerkten wir gar nicht, dass der Nebel, so schnell wie er gekommen war auch wieder verschwunden war.

Ohne zu überlegen packten wir unsere "sieben Sachen" und machten uns wieder auf den Weg. Wir mußten noch um die Zinnen herum und über den Patternsattel.

Ab der Hütte verlief der Weg zuerst relativ eben und uns kamen eine Vielzahl von "Wanderern" auf dem Weg zu ihren Autos entgegen.

Doch so richtig gut gelaunt war das Wetter immer noch nicht, wieder begann es zu Donnern und beim Aufstieg zum Patternsattel setzte dann auch noch Eisregen ein. Die kleinen Hagelkörner nagelten unangenehm durch die Helmritzen auf die Kopfhaut. Eine halbe Stunde vor dem Tourenziel brauchten wir doch noch einmal unsere Regenklamotten. Mitleidig betrachteten wir die mit Sandalen und Regenschirmen bewaffneten "Bergtouristen".

Begleitet von vorbeiziehenden Nebelschwaden erreichten wir den Patternsattel und siehe da der Regen hörte auf und es klarte ein weiteres Mal auf.

Und da war sie ...

... die --- DREI-ZINNEN-HÜTTE ---

Wir hatten es doch noch geschafft...

Naß und durchgefroren stiegen wir die Treppe zum Hüttenplateau hinauf und als wir zurückblickten, sahen wir ein altbekanntes, schon tausendmal bewundertes Motiv --- Wie überdimensionale Zähne ragten diese drei Felsbrocken in den Himmel ---

An diesem Abend ging ich noch etliche Male hinaus auf die Terrasse und schaute hinüber zu den Zinnen, die je nach Lichteinfall ihre Farbe wechselten, von fahlem weißgrau bis feuerrot.

Wieder waren wir am Ziel einer Alpenüberquerung angekommen und ich glaube es war nicht die Letzte ...

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