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Tegernsee - Drei Zinnen / Tour 2008

 

 

Etappen:

1. Tag:       Von Lenggries ins Inntal

2. Tag:       Von Schwaz nach Hintertux

3. Tag:       Von Hintertux nach Nösslach

4. Tag:       Von Nösslach ins Pfitscher Tal

5. Tag:       Vom Pfitscher Tal zum Astjochkamm

6. Tag:       Vom Astjochkamm zur Fanesalpe

7. Tag:       Von der Fanesalpe zur Drei-Zinnen-Hütte

 

 

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Der 1. Tag


02.08.2008
Von Lenggries ins Inntal


Schon Wochen vor dem eigentlichen Start haben wir die Wetterprognosen aufmerksam verfolgt, doch sie waren eigentlich nur niederschmetternd. Je näher es an den geplanten Termin heranging, desto katastrophaler wurden die Vorhersagen.

STARKER REGEN - GEWITTER - KÄLTE usw.

Doch nach längerer Beobachtung stellte sich heraus, dass diese Schlechtwetterperiode in den Prognosen immer mehr nach hinten wanderte, bis für unsere Alpenüberquerungswoche eigentlich ganz brauchbares Wetter vorhergesagt wurde.

Am 2. August ging es dann in aller Herrgottsfrühe mit dem Auto nach Lenggries, doch kurz hinter München schüttete es aus allen Eimern, so dass die Autos auf der Autobahn nur noch Schrittgeschwindigkeit fuhren.
Bei Dauerregen erreichten wir Lenggries und die Stimmung war natürlich nicht die Beste ...

Erfroren und nass machten wir unser Equipment zurecht und starteten total vermummt in Regenklamotten.

Zuerst ging es an der Isar entlang ins Karwendel ...

Dann die Auffahrt zum Sylvensteinstausee und siehe da, die ersten Sonnenstrahlen spitzten durch die Wolken und wir konnten unsere Regenklamotten einpacken.

Wann wir sie das nächste Mal wohl brauchen würden ?

Weiter auf der Mautstraße ins Rißbachtal, eine eher unspektakuläre und langweilige Fahrt über die Grenze nach Österreich bis schließlich die Auffahrt zur Plumsjochhütte links abzweigte.
Nach einer schweißtreibenden Auffahrt auf Schotterpiste erreichten wir schließlich diese urige Hütte.

Jetzt hatten wir die erste Belohnung in Form eines Weißbiers verdient, da es nach dem nahen Plumssattel (1669 Hm) nur noch bergab ging.

Man sollte sich aber mit einem Bier begnügen, da der anschließende steile Schotterdownhill volle Konzentration und vor allem einen funktionierenden Gleichgewichtssinn erfordert.

Nach über 1.100 Höhenmeter Abfahrt vorbei am schönen Achensee (österreichischer Lago di Garda) kamen wir schließlich in unserem Nachtquartier in der Nähe von Schwaz im Inntal (550 Hm) an.


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Der 2. Tag


03.08.2008
Von Schwaz nach Hintertux


Nach einer ruhigen Nacht im Hotelzimmer und einem TOP-Frühstücksbuffet (kein Vergleich zur ersten Nacht beim Alpencross 2007 --- man lernt halt dazu !!!), schwangen wir uns wieder auf´s BIKE.

Zuerst mußten wir auf die andere Seite der Autobahn und des Inns, das Erstere war eine leichte Übung, hier gibt es unzählige Brücken, aber eine Innbrücke zu finden ist schon etwas schwieriger.

Dann noch einige Kilometer auf der SS 171 überstehen, bis wir endlich den Abzweig nach Weerberg nehmen durften. Ab hier waren unsere BIKE´s dann wieder in ihrem Element (Steigung >> 15%). Und wir ... ???

Irgendwie ist es ein Unterschied ob man mit oder ohne 10 kg - Rucksack fährt ...

Die l a a a nge Auffahrt zur Weidener Hütte, die geschlossen hatte, was wir zum Glück wußten, und weiter zum Geiseljoch auf fast 2.300 Metern zehrte an unseren Kräften.

Doch der Blick vom Joch auf den Hintertuxer Gletscher und die bevorstehende Abfahrt nach Vorderlanersbach 1.000 Hm weiter unten entschädigten uns für die Mühen.

Bemerkenswert ist der "Gipfelbaum" am Geiseljoch (siehe Bild), den es wahrscheinlich nur hier gibt.

Die Abfahrt nach Vorderlanersbach war dann natürlich wieder ein BIKE-Highlight, die anschließende Fahrt auf der Straße bis nach Hintertux eher weniger.

Dieser Ort ist im Sommer so ausgestorben, wie die süditalienischen oder spanischen Ferienorte im Winter, nur ein paar Schweden hatten sich hierher verirrt. Im Laufe des Abends stellte sich dann auch heraus warum ein Schwede im Sommer nach Hintertux kommt ...

A L K O H O L muß in Schweden teurer als GOLD sein ...


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Der 3. Tag


04.08.2008
Von Hintertux nach Nösslach


Unser Frühstück mußten wir ohne unsere "Freunde" aus dem hohen Norden einnehmen, die haben etwas länger geschlafen. ---HaHa---

Ohne unserem Übernachtungsort eine Träne nachzuweinen machten wir uns auf den Uphill zum Tuxer Joch. Der Blick auf die eisbedeckten Berge entschädigte uns für die Plagerei, doch bei der Bergstation der Seilbahn war es aus mit Fahren, hier war schon Schieben grenzwertig.

Gerade recht zur Mittagszeit hatten wir das Tuxer Jochhaus erreicht und füllten erst mal unseren Kohlehydratspeicher wieder auf.

Anschließend ging es hinunter in den Kaserer Winkel, vorbei an einer Gedenktafel für einen Flugzeugabsturz, aber meist schiebend, zu steil und verblockt war der Weg.

Weiter unten wurde der Weg besser, aber hier lud ein Platz an einem Wildbach erst einmal zu einer Pause ein.

Nach einem ausgiebigen Fußbad schwangen wir uns wieder in den Sattel und fuhren talwärts.

Plötzlich, hinter einer Kurve endete die Fahrt abrupt --- GOTT SEI DANK haben wir gute Scheibenbremsen. Ein Hubschrauber nahm hier seine Last für den Bergtransport auf und so wurde kurzerhand die Straße gesperrt.

Nach wenigen, interessanten Minuten ging es dann weiter bergab bis eine Autobahnbrücke in Sicht kam. Wir mußten kurz vor dem Ziel sein ...

Doch was dann kam, da hätten wir das Fluggerät von vorhin gut gebrauchen können. Bei einem Bauernhof begann links ein Trampelpfad...

Steil, steiler, am ... , wir mußten neben unserem Rucksack auch noch unsere Bikes die ein oder andere Stufe hinaufwuchten.
Als es dann endlich flacher wurde standen wir unter der Autobahnbrücke. Da mußten wir durch und nach der Brückenquerung fing die Steigung wieder an.

Schließlich noch ein Stück parallel zur Autobahn Richtung Süden und wir waren in Nösslach. Der Weg zum Hummlerhof unserem Nachtquartier war dann ein Kinderspiel.

Nach einem Nachmittagskaffee hieß es dann BIKE-Klamotten waschen und zum Trocknen aufhängen.

Das war der dritte Tag ...


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Der 4. Tag


05.08.2007
Von Nösslach ins Pfitscher Tal


Dieser Tag war sicherlich einer der beeindruckendsten der ganzen Tour, der Start im dichten Morgennebel hatte fast etwas mystisches an sich.
Nach kurzer Fahrt parallel zur Autobahn ging´s an die schweißtreibende Auffahrt zum Sattelberg, vorbei an dem berüchtigten Bauern und Mountainbike-Hasser, der zum Glück nicht da war und dann das letzte Stück schiebend hinauf bis zur Sattelbergkaserne.

Unmittelbar an der Kaserne beginnt die Brenner-Grenzkammstraße und man könnte meinen sie wurde speziell für Mountainbiker angelegt. Nahezu ohne Höhenunterschiede schlängelt sie sich auf 2.000 Metern Höhe entlang gen Süden. Sobald die Wolkendecke aufriß, ergaben sich immer wieder herrliche Tiefblicke.
Nach 45 Minuten Fahrt ab der Kaserne kamen wir um einen weiteren Bergrücken herum und dann schoß uns pures Adrenalin in die Adern...

800 Meter unter uns ein graues Asphaltband ---DER BRENNER---

Hier oben fächerte sich die Grenzkammstraße in ein Gewirr von Straßen und Verbindungswegen auf, die eine Vielzahl von ehemaligen Geschützstellungen und Bunkern miteinander verbindet.

Ein weiteres Highlight folgte, die Abfahrt über 800 Höhenmeter bis nach Brennerbad, die wir dank Scheibenbremsen ohne Zwischenstop genießen konnten. Unterwegs jagten wir noch einen Touareg-Geländewagen von der Schotterpiste bis wir schließlich in Brennerbad unsere verdiente Mittagspause machten.

Nach der Stärkung durften wir erleben wie sich so ein armer Straßenbiker fühlt; zum Glück konnten wir nach 5 Minuten wieder von der Brenner-Staatsstraße abbiegen und auf einsamen Wegen zur Enzianhütte auffahren...
Ach hätten wir doch wenigstens etwas von dem Schwung der vorherigen Abfahrt mitnehmen können ...

Als wir endlich an der Hütte ankamen waren wir wieder auf ca. 2.000 Hm und schauten von der Terasse hinüber zum Brenner Grenzkamm...

Luftlinie keine 3 Kilometer entfernt, aber dazwischen lagen 800 Höhenmeter Abfahrt und 800 Höhenmeter Auffahrt.

Zum Glück entschädigte uns der hervorragende, selbstgemachte Pflaumenkuchen für die Strapazen.

So gestärkt waren die letzten Höhenmeter bis zum Schlüsseljoch ein Kinderspiel.

Zum zweiten Mal an diesem Tag hatten wir einen grandiosen Tiefblick, diesmal auf die grünen Matten des Pfitscher Tals, unserem Tagesziel...

Doch was war das ... ???
Auf dem gegenüberliegenden Berg konnte man eine Trasse erahnen unsere morgige Auffahrt zum höchsten Punkt der gesamten Tour...


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Der 5. Tag


06.08.2008
Vom Pfitscher Tal zum Astjochkamm


Strahlender Sonnenschein und Morgennebel im Tal, so begrüßte uns der 5.Tag ..., also Kaiserwetter für die Königsetappe.

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Kreise Gleichgesinnter machten wir die Bikes startklar und rollten talwärts.

Letzte Erholungsphase für die nächsten Stunden, dann ging´s los ...
Zuerst schraubten wir uns im Wald Höhenmeter um Höhenmeter nach oben begleitet von einem rauschenden Wildbach, dann ab 2.000 Hm kamen wir auf ein unbewaldetes Hochplateau.

Beim Blick zurück stach sofort die haarscharfe Zickzacklinie auf der anderen Bergseite ins Auge, unsere gestrige Abfahrt vom Schlüsseljoch.

GESTERN --- Brenner Grenzkamm und Schlüsseljoch --- HEUTE --- Pfunderer Joch --- die 2.000er jagten sich nur so den Rang ab...

... doch noch waren wir nicht oben ...

Nach mehreren Bachüberquerungen, die eine wäre Matthias fast zum Verhängnis geworden, holte uns die Steigung endgültig aus dem Sattel.
Schiebend kämpften wir uns hinauf zum Sattel des Pfunderer Jochs, den Blick direkt in die Sonne...

Nachdem sich die Augen langsam an das gleißende Licht gewohnt hatten, kam eine grandiose, eisbedeckte Bergwelt zum Vorschein.

Wir standen im Schnee des mit knapp 2.600 Metern höchsten Punktes der gesamten Tour...

Trotz der Höhe zeigte das Thermometer 34°C, hervorragende Bedingungen zum Verweilen und Genießen...

Da die Sonne ihren Höchststand und unser Kohlenhydratspeicher seinen Tiefststand erreicht hatten, beschlossen wir aber dann doch zur nächsten Alm abzufahren.

Hier erkannten wir, dass wir eine High-Tech-Alpenüberquerung machten, anders zwei Mädels, sie setzten auf ein seit Jahrhunderten bewährtes Fortbewegungsmittel.
Von Wasserburg an die Adria mit dem Pferd --- direkt über die ALPEN ---

Im Gespräch wurde uns immer mehr bewußt, dass unsere Fortbewegungsmittel die weitaus genügsameren und unkomplizierteren waren --- etwas LUFT und KETTENÖL gegen WASSER, HEU, HAFER, KRAFTFUTTER, UNTERSTELLPLÄTZE usw. --- von der Tageskilometerleistung ganz zu schweigen ...

Ein zweites Mal auf dieser Alpenüberquerung wurde die Überlegenheit von Mountainbikes deutlich.

Zufrieden und satt machten wir uns an die Abfahrt ins Pustertal und bogen dann nach links Richtung Kronplatz ab. Entlang der Eisenbahnlinie erreichten wir schließlich Ehrenburg und zweigten zur Auffahrt Richtung Astjoch ab.

Wieder quälten wir uns gute 1.000 Höhenmeter aufwärts, bis wir schließlich in der Starkenfeldhütte gerade noch rechtzeitig Unterschlupf vor einem Gewitter fanden. Nach dem Abendessen fielen wir in unsere NOBEL-Stockbetten...


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Der 6. Tag


07.08.2008
Vom Astjochkamm zur Fanesalpe


Als wir am nächsten Morgen vor die Türe traten, erlebten wir ein immer wieder schönes Schauspiel --- strahlender Sonnenschein und wolkenverhangene Täler ---

Bestgelaunt radelten wir über grüne Wiesen und Almen. Langsam lösten sich auch die Wolken auf und gaben den Blick in die Täler frei, einfach ein klasse Tag.

Schließlich ging´s über Welschellen hinab nach Zwischenwasser und weiter nach St. Vigil, wo wir gegen Mittag ankamen.

Nach Pizza, Nudeln und obligatorischem Espresso verließen wir diesen "wunderschönen" Ort wieder Richtung Rautal.

Vorbei an interessanten Felsformationen radelten wir auf bester Fahrbahn Richtung Pederü ...

Angenehm, dass es immer leicht bergab ging ..., aber trotzdem war es irgendwie ziemlich anstrengend und als ich aufhörte zu treten, blieb das Fahrrad auch sofort stehen.

IRGENDETWAS stimmte hier nicht...

Ein Blick auf den Tacho und Höhenmesser führte zu noch mehr Verwirrung, er zeigte statt eines Gefälles eine Steigung zwischen 1 und 2% an und auch der Höhenmeterzähler zählte stetig hoch.

Aber der Verstand sagte etwas anderes, hier ging es bergab ...

Die Landkarte gab wiederum dem Höhenmesser recht, Pederü liegt gute 300 Höhenmeter über St. Vigil, also mußte es tatsächlich bergauf gehen.

Scheinbar handelt es sich hier um eine Stelle, von denen ich bisher nur gehört hatte, das Gelände täuscht ein Gefälle vor, in Wirklichkeit geht es aber bergauf.
Da ich an diesem Tag bisher nur Apfelsaft und Wasser getrunken hatte und mich auch sonst hervorragend fühlte, fand ich mich mit dem Phänomen ab und radelte weiter ...

Nach einer Stunde Fahrt und einer weiteren Wegbiegung waren wir schlagartig wieder in der "Zivilisation", der Parkplatz von Pederü ...
Bei diesem Anblick konnte es nur eine Entscheidung geben --- WEITERFAHREN --- und so machten wir uns auf den letzten Anstieg zur Fanesalpe.
Hier waren dann auch alle Zweifel ausgeräumt, es ging eindeutig BERGAUF ...

Für die restlichen 500 Höhenmeter brauchten wir dann unverhältnismäßig lange, nicht weil wir keine Kraft mehr hatten, sondern weil uns ständig erstklassige Fotomotive vom Rad holten.
Zufrieden erreichten wir die Lavarettahütte, unser Nachtquartier ...


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Der 7. Tag


08.08.2008
Von der Fanesalpe zur Drei-Zinnen-Hütte


Nach einer unruhigen Gewitternacht, in der unser Zimmer ständig von Blitzen taghell erleuchtet wurde, saßen wir müde beim Frühstück.

Mit Kaffee versuchten wir die Müdigkeit zu vertreiben, doch richtig wach wurden wir erst als wir den ersten Fuß ins Freie setzten. Es war ungewöhnlich kalt...
Glücklicherweise ging´s sofort auf das Limojoch und die Kälte war vergessen.

Hinter dem Joch folgte eine lange und immer wieder anspruchsvolle Abfahrt durch das Fanestal bis uns die SSv51 den Weg versperrte. Um uns eine Fahrt auf dieser vielbefahrenen Straße zu ersparen, wuchteten wir die Bikes den direkten Weg über einen Bergpfad bis wir wieder die Straße erreichten. Hier zweigte dann eine alte zu einem Fahrweg umgebaute Bahntrasse ab. Und was ist das schöne an Bahntrassen, Züge können keine großen Steigungen meistern ...

Aber zu früh gefreut, die fehlenden Höhenmeter mußten wir durchs Val Grande hinauf zum Passo Son Forca nachholen.
Über Skipisten und groben Schotter kämpften wir uns bis zur Paßhöhe, angetrieben von der Freude auf die bevorstehende Abfahrt zum Misurinasee. Doch der Weg hinab war fast genauso miserabel und beschwerlich wie die Auffahrt und so konnten wir erst nach gut einem Kilometer Abstieg auf unsere Drahtesel steigen.
Die Abfahrt über die Teerstraße ab dem Passo Tre Croci und der anschließende kurze Anstieg zum Misurinasee waren dann schnell gemeistert und wir hatten das Ziel unseres 2008er-Alpencrosses das erste Mal direkt vor den Augen

--- DIE DREI ZINNEN ---

Da es bereits auf den Nachmittag zuging steuerten wir die erstbeste Pizzeria an.

Beim Essen hatten wir einen erstklassigen Blick auf das Treiben am vielbesuchten See und es war außergewöhnlich warm ...

Am Nebentisch saßen Wanderer und aus ihren Gesprächen ergab sich, dass sie auch heute noch zu unserer Unterkunft der "Drei-Zinnen-Hütte" aufsteigen wollten.

Noch trennten uns aber 8 Kilometer Paßstraße und rund 800 Höhenmeter von unserem "Schlafplatz".

Schwitzend und mit vollen "Tanks" machten wir uns an die letzte Auffahrt...

Vorbei am Misurinasee dem Abzweig zur Mautstraße folgend...

Durch den Trubel hatten wir gar nicht bemerkt, dass ein Geräusch immer lauter werdend nichts Gutes verhieß...
Zweifellos es war Donnergrollen und ein Blick zum Himmel bestätigte unsere Befürchtungen eindrucksvoll --- EINE SCHWARZE WAND ROLLTE AUF UNS ZU ---

Mittlerweile hatten wir die Mautstelle und somit die letzte Unterstellmöglichkeit erreicht --- WAS TUN ? ---

ABWARTEN..., das konnten wir uns auf Grund der fortgeschrittenen Uhrzeit nicht lange erlauben, sonst müssen wir unser Tagesziel ändern

WEITERFAHREN..., bei dem Himmel !!!

Nach kurzer Beratschlagung und Nachfrage beim Kassierer an der Mautstelle, die wir uns sparen hätten können, entschlossen wir uns zur Weiterfahrt mit der Option bei Gewitter sofort umzukehren und die Paßstraße bergab zu jagen.

Begleitet von einer drohenden Geräuschkulisse fuhren wir Serpentine um Serpentine höher. Vorteil dieser Wetteraussichten war, dass keiner auf die Idee kam Geld auszugeben und mit dem Auto hochzufahren. Nur der Linienbus überholte uns einige Male.
Schon war die AURONZO-Hütte zum Greifen nahe, aber im selben Augenblick war sie im Nebel verschwunden und dieser wurde immer dichter ...

Augenblicke später hatte man keine 5 Meter Sicht mehr. Zum Glück ging die Straße direkt in den Parkplatz der AURONZO-Hütte über und am Ende stand man vor dem Hütteneingang.

Und so kam diese "urgemütlichen", "idyllischen" Hütte mit dem Charme einer Werkskantine und den Preisen eines Luxushotels zur Ehre uns als Gäste begrüßen zu dürfen.

Bei der teuersten Cola unseres Lebens bemerkten wir gar nicht, dass der Nebel, so schnell wie er gekommen war auch wieder verschwunden war.

Ohne zu überlegen packten wir unsere "sieben Sachen" und machten uns wieder auf den Weg. Wir mußten noch um die Zinnen herum und über den Patternsattel.

Ab der Hütte verlief der Weg zuerst relativ eben und uns kamen eine Vielzahl von "Wanderern" auf dem Weg zu ihren Autos entgegen.

Doch so richtig gut gelaunt war das Wetter immer noch nicht, wieder begann es zu Donnern und beim Aufstieg zum Patternsattel setzte dann auch noch Eisregen ein. Die kleinen Hagelkörner nagelten unangenehm durch die Helmritzen auf die Kopfhaut. Eine halbe Stunde vor dem Tourenziel brauchten wir doch noch einmal unsere Regenklamotten. Mitleidig betrachteten wir die mit Sandalen und Regenschirmen bewaffneten "Bergtouristen".

Begleitet von vorbeiziehenden Nebelschwaden erreichten wir den Patternsattel und siehe da der Regen hörte auf und es klarte ein weiteres Mal auf.

Und da war sie ...

... die --- DREI-ZINNEN-HÜTTE ---

Wir hatten es doch noch geschafft...

Naß und durchgefroren stiegen wir die Treppe zum Hüttenplateau hinauf und als wir zurückblickten, sahen wir ein altbekanntes, schon tausendmal bewundertes Motiv --- Wie überdimensionale Zähne ragten diese drei Felsbrocken in den Himmel ---

An diesem Abend ging ich noch etliche Male hinaus auf die Terrasse und schaute hinüber zu den Zinnen, die je nach Lichteinfall ihre Farbe wechselten, von fahlem weißgrau bis feuerrot.

Wieder waren wir am Ziel einer Alpenüberquerung angekommen und ich glaube es war nicht die Letzte ...

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