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Oberstdorf - Riva del Garda / Tour 2007

 

 

Etappen:

1. Tag:       Von Oberstdorf zur Freiburger Hütte

2. Tag:       Von der Freiburger Hütte zum Zeinisjochhaus

3. Tag:       Vom Zeinisjochhaus nach Sur En

4. Tag:       Von Sur-En nach Naturns

5. Tag:       Von Naturns auf die Haselgruber Hütte

6. Tag:       Von der Haselgruber Hütte zur Ghedina Hütte

7. Tag:       Von der Ghedina Hütte nach Riva del Garda

 

 

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Der 1. Tag


29.07.2007
Von Oberstdorf zur Freiburger Hütte


Punkt 12:00 Uhr mittags starten wir am Sonntag, den 29.07.07 am Parkplatz Faistenoy in Oberstdorf.

Doch was war das ...?

--- der Rucksack drückte, das Hinterteil schmerzte ---
und wir waren erst drei Kilometer von Oberstdorf weg ...

... aber nach einer weiteren halben Stunde Fahrt war alles bestens, wir waren mittendrin im ALPENCROSSER-RAUSCH ...

Gemütlich ging es bis ans Ende des Rappenalptals, hier stand die erste Bewährungsprobe an --- der SCHROFENPASS ---

An diesem Übergang kommt man ohne größere Umwege nicht vorbei, wenn man in Oberstdorf zum Alpencross startet. Realistisch gesehen stellt der Pass bei trockenem Wetter auch mit dem Bike kein größeres Problem dar, es sei denn, man leidet unter Höhenangst, aber dann stellt sich gleich zu Tourbeginn die Frage, ob ein Alpencross das Richtige ist.
Zu den Tourhighlights zählt die Überfahrt ins Nachbarland Österreich allemal.

Nach ca. 1/2 Stunde Schieben waren wir oben und nach einigen weiteren Schiebeminuten ging es dann hinab nach Warth zum Mittagessen.
Während wir eine Riesenportion Spagetti verdrückten, begann es zu regnen und so hatten unsere Regenklamotten auf der Abfahrt nach Lech ihre erste Bewährungsprobe.

In Lech zweigten wir rechts ab und kurz nach Zug begann die Mautstraße durch den Spullerswald und weiter zur Formarinalpe. Der Weg zieht kontinuierlich bergan, aber außer gelegentlich einem Wanderbus waren wir hier alleine unterwegs. Nach Abfahrt am Formarinsee vorbei und kurzem Anstieg hatten wir unser Tagesziel, die "Freiburger Hütte" erreicht.

Zum Thema "Freiburger Hütte" sei nur soviel gesagt:

--- WENN ES SICH VERMEIDEN LÄSST, SOLLTE MAN HIER NICHT ABSTEIGEN !!! ---

Zum Glück hatten wir die eindeutige Reservierungsbestätigung dabei, ansonsten hätten wir wahrscheinlich bei dem "freundlichen" Hüttenwirt die Nacht im Freien verbracht.

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Der 2. Tag


30.07.2007
Von der Freiburger Hütte zum Zeinisjochhaus

Nach magerem Abendessen, einer verregneten, unruhigen Nacht und spartanischem Frühstück war die Stimmung am Beginn des 2.ten Tages nicht die Beste.

Der Blick aus dem Fenster tat ein übriges ... --- DAUERREGEN ---

Trotzdem hieß es "RAUF AUFS BIKE ..."

Nach kurzer Abfahrt erkannten wir den Sinn des Bike-Verbot-Schildes kurz nach der Freiburger Hütte. Dieser Trial ist schon trocken eine Herausforderung, aber nach einer Nacht Dauerregen wagte nur noch unser Downhill-Crack Conny die Abfahrt. Wir anderen stiegen erst nach einer längeren Schiebepassage aufs Bike, aber dann ging es im Flug hinab nach Dalaas.

Den Schwung konnten wir für den Gegenanstieg gut gebrauchen --- 600 Hm auf 6 km, der KRISTBERGSATTEL ---

Oben angekommen hatte es aufgehört zu regnen und wir bogen Richtung SILBERTAL ab. Nach einer l a a a n g e n Stärkung im Hasahüsli (wenn die Chefin halt net da is ...) bauten wir die Kalorien problemlos bei der mehrstündigen Fahrt durch das Silbertal wieder ab.

Das Patteriol mit seinen gut 3000 Metern wies uns die Richtung, vorbei am Schwarzsee, der oberen Freschalpe und dem Langen See bis zum Silbertaler Winterjöchle. Nach Überquerung der Rosanna ging es das Schönverwalltal hinauf zu den Scheidseen und der "Neuen Heilbronner Hütte" auf rd. 2300 Metern.

Als Nachtquartier zogen wir diesmal einer Hütte, das am Kops-Stausee liegende Zeinisjochhaus vor. Nach 1/4-stündiger rasanter Abfahrt und kurzer Rampe am Stausee kamen wir hier an und wurden mit einem Super-Abendessen für die Strapazen des Tages entschädigt. Müde aber zufrieden fielen wir in unsere Betten.

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Der 3. Tag


31.07.2007
Vom Zeinisjochhaus nach Sur En

Die gefrorenen Autoscheiben am nächsten Morgen verdankten wir einer sternenklaren Nacht und nach einem TOP-Frühstücksbuffet starteten wir mit bester Laune in einen sonnigen Tag.

Das ZEINISJOCHHAUS verdient echt ein Lob --- Essen spitze --- Zimmer gut --- und freundliche Leute ---.

Da rentiert es sich auf jeden Fall, das knappe 1/2 Stündchen noch dranzuhängen um nicht die zweite Nacht nochmals in einer Hütte mit Massenunterkunft verbringen zu müssen.

Nach einem Abfahrtsrausch passierten wir Galtür wo die gewaltigen Lawinenverbauungen erahnen lassen, welches Drama sich hier im Februar 1999 abspielte.

Der Trisanna folgend erreichten wir abseits der Straße Ischgl, wo wir nach dem Abzweig ins Fimbatal etwas suchen mußten. Die ersten Meter waren dann auch extrem steil aber zum Glück geteert und nach wenigen Kilometern wurde auch die Steigung erträglich.

Nach einer vorgezogenen Mittagspause radelten wir, die Fluchthörner ständig vor Augen, in einem grandiosen Hochtal entlang über die Schweizer Grenze weiter bis zur Heidelberger Hütte.
Nach einer letzten Stärkung ging es größtenteils schiebend hinauf zu dem höchsten Punkt der gesamten Tour, dem FIMBERGPASS auf 2608 Metern.

Oben angekommen bot sich uns bei herrlichem Wetter ein unvergesslicher Anblick. An dieser Stelle gilt es unseren Toni zu erwähnen, der hier das wohl schönste Erinnerungsfoto der gesamten Tour schoß, auf dem er selber aber leider nicht abgebildet ist. --- DANKE TONI ---

Der restliche Tag war ein einziger Sinkflug über 1.500 Höhenmeter an Bächen entlang, Einsiedlerhöfen vorbei, durch idyllische Schweizer Bergdörfer hinab zum Inn, wo wir gegen Nachmittag unser Tagesziel, das Hotel Val d´Uina in Sur En erreichten.

Die in der Original-Joe-Route für diesen Tag noch anstehende Bergfahrt durch die Uina-Schlucht zur Sesvennahütte hoben wir uns für den 4.ten Tag auf und so konnten wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages noch im Freien genießen.

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Der 4. Tag


1.08.2007
Von Sur-En nach Naturns

Am 4.ten Tourtag, dem 1.August gab es gleich einen Grund zum Feiern --- Toni hatte Geburtstag ---

und was würde sich für einen Biker besser als Geburtstagsgeschenk eignen, als die Durchquerung der UINA-Schlucht ...

Doch das Feiern mußte auf später verschoben werden, in aller Frühe ging´s sofort zur Sache.

Keine gemütliche Anfahrt, kein Warmfahren, unmittelbar hinter unserem Nachtquartier, dem Hotel Val D´Uina, begann die steile Auffahrt zur Alm Uina Dadaint.

Die 4 °C Außentemperatur registrierten wir, wenn überhaupt, höchstens in den Fingerspitzen. Höhenmeter um Höhenmeter schraubten wir uns im kühlen Wald empor, bis kurz nach einer Schranke auf einmal die Almhütte Uina Dadaint auftauchte. Hier waren schon etliche Biker versammelt und genossen die wärmenden Sonnenstrahlen und mit jeder Minute wurden es mehr. Diese Strecke ist anscheinend für einen Biker so etwas wie Mekka für einen gläubigen Moslem...

Da wir keine Völkerwanderung in der Schluchtengallerie erleben wollten, stiegen wir nach kurzer Rast wieder auf unsere Bikes und suchten das Weite.

Kaum wieder unterwegs, kam auch schon die schlechte Nachricht, ein Zahninlay hatte sich selbständig gemacht und zu allem Überfluß hieß der Pechvogel auch noch
--- TONI unser Geburtstagskind ---

Was sollten wir jetzt tun, meilenweit von einem Zahnarzt entfernt ... ?

Das Inlay mußte wieder zurück an seinen Platz. --- Gesagt, getan ... und weiter ging´s.

Schon war die Schluchtengallerie in der Steilwand erkennbar und wir wurden wie von einem Magneten dorthingezogen ...
Immer höher ging es schiebend oder tragend weiter, immer luftiger wurden die Ausblicke und immer besser wurde die Stimmung in dieser großartigen Naturkulisse.
Dann der erste Tunnel, schwarz wie der Eingang zur Hölle ...

Als wir auf der anderen Seite wieder herauskamen stockte uns der Atem --- verdammt ist das T I I I E E E F ---

Einige hundert Meter weiter unten gurgelte das Wasser am Schluchtboden ...
Fasziniert folgte der Blick dem weiteren Verlauf dieses in den Fels gesprengten Weges.
Abwechselnd ging es durch Tunnels, an drahtseilgesicherten Abgründen, um Kehren und wieder in Tunnelgallerien --- EINFACH GRANDIOS ---
Nach ca. einer halben Stunde und etlichen Höhenmetern kamen wir ans Ende der Schlucht und der Weg ging in eine grasbewachsene Hochebene über.
Hier waren die Murmeltiere zu Hause und begleiteten uns von Erdloch zu Erdloch ...
Nach einer weiteren halben Stunde und dem Überwinden einer letzten kleinen Anhöhe tauchte vor uns die alte Pforzheimer Hütte auf. Gleich daneben in der Sesvennahütte machten wir unsere verdiente Mittagspause.

Sonne - Nudeln - Espresso ... Keine Frage, wir waren in Italien. Wahrscheinlich säßen wir noch heute dort, hätte sich nicht ein Maultier über unsere Rucksäcke und Klamotten hergemacht.

So ging es im Sinkflug hinab ins Etschtal und dann ... --- ZUM ZAHNARZT ---
Nach 2 Stunden Wartezeit und 20,- € Auslagen ging es endlich weiter auf die letzten 40 Kilometer dieser Etappe.

--- Etschtalradweg - Apfelplantagen --- Gegen 19:00 Uhr kamen wir dann endlich an unserem Etappenziel "Naturns" bei Meran an.

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Der 5. Tag


2.08.2007
Von Naturns auf die Haselgruber Hütte

Nach einer Nacht in einem richtigen Bett und einem üppigen Frühstück waren wir bereit für die Königsetappe, zumindest was die Höhenmeter betraf.
Doch schon wieder gab es eine schlechte Nachricht, diesmal vom Hermann, er hatte Schmerzen in der Achillessehne. Eine telefonische Nachfrage bei seinem Arzt in Pleinfeld verkomplizierte die Situation nochmals, er riet nämlich zum Abbruch ...

Doch was macht ein richtiger Alpencrosser in dieser Situation ? ... er probiert´s halt ...

Glücklicherweise kam die zu bewältigende Etappe der Situation entgegen. Die Abfahrt nach Meran und Lana sollte kein Problem darstellen, dann folgte die elend lange Asphaltauffahrt im Ultental, aber hier verkehrte auch eine Buslinie und schließlich blieb "NUR" noch die "Auffahrt" zum Rabbijoch übrig.

Mit diesen Optionen starteten der Hermann und der Conny, der noch schnell einen Abstecher bei der Post machte um seine Regenklamotten heimzuschicken

--- wir waren ja in Italien !!! ---

Wir fünf Anderen fuhren wie geplant Richtung Meran, auf abendteuerlichen Wegen durch die Stadt bis nach Lana und bogen schließlich zur Auffahrt ins Ultental ab.

Diese Strecke wird uns aus zwei Gründen immer in Erinnerung bleiben, zum einen hatte es 35°C, zum anderen mußten wir auf der Hauptstraße radeln, auf der an dem Tag scheinbar alle Betonmischer Norditaliens unterwegs waren und diese hatten schon überhaupt kein Herz für Mountainbiker. Im Nachhinein betrachtet war das wahrscheinlich der gefährlichste Streckenabschnitt der gesamten Tour.

Punkt 12:00 Uhr mittags kamen wir nach St. Pankratz und kehrten im "Weißen Rössl" am Dorfplatz ein. Dort entschieden wir uns nach kurzer Überlegung für das "Bauarbeitermenü" des Tages, denn was für einen Bauarbeiter gut ist, kann für einen Mountainbiker nicht schlecht sein.

--- und wir wurden NICHT enttäuscht ---

Frisch gestärkt ging´s dann weiter, bis an´s Talende nach St. Gertraut, der Hermann und der Conny hatten uns zwischenzeitlich mit dem Bus überholt und waren schon auf dem Weg zum Rabbijoch.

Von der drückenden Hitze geschlaucht und von den LKW´s genervt kamen wir schließlich gegen Nachmittag in St. Gertraut an, wo wir im nächstbesten Gasthaus einkehrten. Vom Wirt erfuhren wir, dass für den Nachmittag Gewitter gemeldet waren und wir hatten noch 600 Höhenmeter und das Rabbijoch vor uns.

Mit einem unguten Gefühl machten wir uns nach einer kurzen Rast auf den Weg und es wurde immer dunkler ... --- dann begann es zu regnen ---
An einer einsamen Alm packten wir uns in unsere GORE-TEX-Hüllen, der Blick zum Himmel ließ nichts GUTES ahnen ...
Doch kaum hatten wir alle Vorbereitungen für den "Sturm" getroffen, hellte der Himmel wieder auf und wir konnten uns wieder umziehen.
Höhenmeter um Höhenmeter kämpften wir uns weiter nach oben, doch die über 30 Kilometer lange Auffahrt bei der Hitze hatte ihre Spuren hinterlassen.
In der Ferne war das riesige Steinkreuz auf dem Rabbijoch jetzt schon erkennbar aber noch immer trennten uns einige hundert Höhenmeter davon.
Die Oberschenkel schmerzten, der Rucksack drückte, doch das Ziel vor Augen gab es kein Halten, wir mußten da rauf.

Kurz nach der letzten bewirtschafteten Alm war dann nur noch schiebend weiterzukommen. Eine halbe Stunde und etliche Powergels später standen wir endlich neben dem Steinkreuz.

--- Was für ein Gefühl, die Schinderei war mit einem Mal vergessen ... ---

Die restlichen Höhenmeter zum Rabbijoch wurden wir quasi hinaufgetragen und dann, als wir über den Bergrücken kamen, schoß uns pures Adrenalin in die Adern ...

--- Die Brenta ... ---

Von diesem Anblick gefangen stiegen wir die letzten Meter zu unserem Nachtquartier, der Haselgruber Hütte, hinab. Beim Essen und Trinken kehrten die Lebensgeister langsam wieder zurück.
Nach einem unvergesslichen Tag fielen wir in unsere Betten ...

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Der 6. Tag


3.08.2007
Von der Haselgruber Hütte zur Ghedina Hütte

Wieder hat es die ganze Nacht geregnet und das Nachtlager ließ auch keinen erholsamen Schlaf zu. Nach einigen Tassen Kaffee und einem eher spartanischen Hüttenfrühstück, streiften wir unsere Regenklamotten über.

--- bis auf Conny, der hatte sie ja am Tag zuvor nach Hause geschickt ---

Aber Not macht erfinderisch und so wurden schnell einige Müllsäcke und Plastiktüten umfunktioniert. In seinem Outfit hätte er glatt jeden Model-Wettbewerb mit Abstand gewonnen --- hahaha ---

Als wir vor die Hütte traten, bot sich uns ein gespenstischer aber faszinierender Anblick, ca. 100 Höhenmeter weiter oben hatte es geschneit und unter uns hingen die Wolken zwischen den Berggipfeln. Im leichten Nieselregen begannen wir die Abfahrt nach Malé ...
Der Weg wurde immer schlammiger und rutschiger, die Sicht immer schlechter, bis wir endlich etliche hundert Höhenmeter tiefer auf einen geschotterten Fahrweg kamen, der uns ins nächste Dorf führte. Hier begann die Teerstraße nach Malé, das wir im strömenden Regen erreichten.
Die Weiterfahrt nach Dimaro erfolgte auf einem weniger schönen Streckenabschnitt mit viel Auto- und LKW-Verkehr. In Dimaro angekommen kehrten wir vor der Auffahrt nach Madonna di Campiglio erst einmal in einem Cafe ein und probierten das üppige Kuchenbuffet durch. Mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen und wir starteten bei wärmendem Sonnenschein Richtung Madonna di Campiglio. Die Auffahrt führte abseits der Straße durch Wälder, an Bächen entlang und auf abendteuerlichen Brückenkonstruktionen über tiefe Schluchten

--- einfach KLASSE ---. Um die Mittagszeit rollten wir im Nobelort "Madonna" ein und ließen uns im nächstbesten Restaurant mit unserer Radlerkluft nieder ...

Nach einer Runde Pizza ging es vorbei am Cascata di Mezzo, einem einmaligen Wasserfall, ins Val d´Agola. Hier rächte sich Connys Hochmut ein zweites Mal, denn es begann in Strömen zu regnen...
Es hörte erst wieder auf, als wir eine Stunde später am Lago Val d´Agola ankamen. Beim Aufstieg zum Passo Bregn de l´Ors und weiter zum Passo del Gotro war Schieben angesagt, aber dann...

In einem Abfahrtsrausch über hunderte von Höhenmeter ging es auf besten Forstautobahnen hinunter bis zum Albergo Brenta, wo die nächste Kuriosität passierte. Dort trafen wir eine Gruppe Mountainbiker aus Coburg und während wir uns so unterhielten und fachsimpelten, sagte der eine plötzlich:

"... dein Reifen ist ja platt ...".

Zuerst glaubten wir an einen Scherz, doch tatsächlich hatte dem Jürgen sein Hinterrad keine Luft mehr. Glücklicherweise blieb das die einzige Panne auf der gesamten Tour und die hatten wir auch noch ca. 500 Meter vor unserem Etappenziel, der Ghedina Hütte. Dort angekommen sprangen wir erst mal unter die Dusche, hängten die Klamotten zum Trocknen auf und machten uns dann an den defekten Reifen. Der restliche Abend fällt der Zensur zum Opfer, auf jeden Fall mußten wir am nächsten Morgen 17 Weißbier und drei Flaschen Rotwein bezahlen...

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Der 7. Tag


4.08.2007
Von der Ghedina Hütte nach Riva del Garda

Das Aufstehen fiel uns am 7.ten und letzten Tag sicherlich am schwersten, was aber definitiv nicht an der anstrengenden Etappe des Vortages lag...
Glücklicherweise ging es in der kühlen Morgenluft erst mal bergab bis nach Stenico und das vertrieb den Restalkohol aus der Blutbahn...
Mit dem Passo del Ballino lag nochmals eine letzte Steigung vor uns, bevor es 700 Höhenmeter auf nahezu Meeresniveau hinabging. Vorbei am smaragdfarbenem Lago di Tenno flogen wir unaufhaltsam unserem Tourenziel, dem Lago di Garda entgegen.

Als er das erste Mal im Dunst erkennbar war durchströmte uns ein unbeschreibliches Glücksgefühl.

--- nach 420 Kilometern und über 11.000 Höhenmetern waren wir am Ziel ---

Wir hatten die Alpen in 7 Tagen überquert, fuhren durch 4 Länder, waren auf etlichen Zweitausendern und sind alle 7 wohlbehalten und nahezu ohne Panne am Ziel in Riva angekommen.

Richtig freuen konnten wir uns bei unserem anschließenden Mittagessen an der Strandpromenade in Riva trotzdem nicht, viel zu viele Bilder und Eindrücke schossen uns im Kopf herum, doch ich bin sicher, keiner von uns wird diese 7 Tage jemals vergessen...

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